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Dissozialität
 
Dissozialität läßt sich mit Abweichung von sozialen Normen umschreiben. Trotzdem wird abweichendes Verhalten (*Abweichung, *Delinquenz) nur selten als Synonym für Dissozialität benutzt, da sich hinter jedem der beiden Begriffe ein anderes Bezugssystem verbirgt. Soziologische und sozialpsychologische Fragestellungen werden eher mit dem Begriff des abweichenden Verhaltens verbunden, während psychologische und psychoanalytische Fragestellungen an den Begriff der Dissozialität anknüpfen. Einige Autoren unterscheiden jedoch nach dem Grad der Ausprägung negativen Sozialverhaltens. Für sie liegt kein dissoziales Verhalten bei jenen auffälligen Verhaltensweisen vor, die zwar den sozialen Normen widersprechen, von der Gesellschaft aber noch toleriert werden. Eng verwandt mit dem Begriff Dissozialität ist der Begriff der Verwahrlosung (*Jugendrecht), der für das fortgesetzte und sich auf mehrere Persönlichkeits-bereiche erstreckende Abweichen von sozialen Normen (fortgesetztes und allgemeines Sozialversagen) steht.

Literatur:
- Gerlicher, K. (Hrsg.): Dissozialität und Familie. Dortmund 1986. Herriger, N.: Verwahrlosung. Eine Einführung in Theorien sozialer Auffälligkeit. München 1979.
- Rauchfleisch: Dissozial. Göttingen 1981.
- Schweitzer, J.: Therapie dissozialer Jugendlicher. Weinheim u.a. 1987.

Entnommen mit freundlicher Genehmigung des Kriminalistik-Verlages Heidelberg aus der gedruckten Version des Kriminologie-Lexikons, Stand der Bearbeitung: 1991

Frank Hofmann
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